Freitagmorgens um halb 6 ging meine Reise los, Abschied von Brighton auf nach Wales. Um diese Uhrzeit ging die Reise jedoch zunächst einmal ins Bad und danach in die Küche, denn ohne Kaffee läuft auch bei Zeitknappheit und leichter Müdigkeitsübelkeit auch um diese Uhrzeit rein gar nichts.
Eine halbe Stunde später war ich jedoch schon mit Bill auf dem Weg zum Bahnhof. Von Brighton ging es dann nach London von wo aus ich mit dem Bus ca. 4 Stunden nach Cardiff gefahren bin, der Hauptstadt von Wales.
In Cardiff habe ich mir dann den nächsten Bus nach Swansea geschnappt. Ziemlich umständig an diesen kleinen Zipfel der Insel zu gelangen.
Am Cardiffer Busbahnhof habe ich dann noch Bekanntschaft mit einer netten Engländerin gemacht, die wild auf das Münztelefon eingeschrieen hat, oder bzw. auf den Menschen mit dem sie telefonierte.
Leider war der Busbahnhof nicht groß genug um der Schallwelle auszuweichen, deshalb durfte ich mir knapp 30 min anhören, dass diese nette Dame, gerade aus dem Türkei Urlaub wiedergekommen, tonnenweise Gepäck hätte und unbedingt jemanden bräuchte, der sie vom Zielbahnhof abholen würde. Da aber anscheinend niemand konnte, wurde sie immer lauter und gereizter und für mich unerträglicher.
Als dann endlich mein Bus nach Swansea einfuhr freute ich mich schon auf eine schöne ruhige Busfahrt. Pustekuchen. Madame wollte auch nach Swansea. Na herzlichen Dank.
Im Bus musste sie natürlich all ihren Frust über Fluggesellschaften, Busunternehmen und anderen Leuten die nichts dafür konnten, dass sie mehr eingekauft hat als sie tragen konnte, Lift machen und hat sämtliche Fahrgäste zugequasselt.
Im Swansea angekommen, lädt der Busfahrer das Gepäck aus. Schon im Begriff zu gehen, höre ich wie sie auf einmal den Busfahrer anfährt.
Da ich noch auf die Melle wartete, die mich an der Bushaltestelle abholen wollte, konnte ich dem Gespräch noch ein bisschen zuhören und konnte mich fast nicht mehr halten vor Lachen.
In ihrer ganzen Euphorie am Cardiffer Bahnhof, wo sie zwanghaft versuchte jemanden zu finden, der sie in Swansea am Busbahnhof abholt, hat sie ihr gesamtes Gepäck stehen lassen, da sie davon ausging, dass der Busfahrer durch den ganzen Bahnhof tingelt und alles an Gepäck einsammelt, in der Hoffnung es müsse nach Swansea… ja nee is klar.
Jetzt steht sie da also, geladen bis zum geht nicht mehr, ohne Gepäck. Na jetzt muss sie auch keiner mehr abholen ^.^
Als mich die Melle dann am Bus abholte, haben wir erstmal mein ganzes Gepäck in die Wohnung gebracht und haben dann ein wenig den Strand von Swansea erkundet, einem betrunkenem Mann beim baden zugeguckt und abends mit Richard ein wenig Karten gespielt und dabei getrunken.
Leider konnten wir uns dabei erfolgreich einreden, dass es in Melles neuer Wohnung, was ein altes typisch englisches Haus war, spukt.
Nach ein paar „kennst du schon die“, „ich hab letztens gehört, dass“ und „ein Freund von einer Freundin meines Schwagers hat erzählt, dass“- Geschichten, sind wir dann auch nicht mehr allein aufs Klo ^.^
Am nächsten morgen, immer noch quick lebendig, wollte ich dann gerne ein wenig die Gegend kennen lernen.
Also haben wir uns in Richards Auto gesetzt und sind eine Weile an der Küste entlang gefahren. Haben hier und da angehalten, sind auf Kliffe geklettert und fast runter gefallen, haben Pferde gefüttert und sind dabei selbst fast gefressen worden und haben den Arthurs Rock erklommen, na ja zumindest haben wir es versucht J
Abends wollte Melle mir ein wenig die Nachtszene zeigen. Wir haben in ihrer Wohnung vorgeglüht wobei wir uns wieder mit Spukgeschichten selbst fast in den Wahnsinn getrieben hätten. Als dann das Wohnzimmer angefangen hat tierisch nach Fisch zu stinken und Richard erzählte, dass tote Körper auch so riechen würden, wenn sie verwesen haben ganz schnell das Weite gesucht und sind in die Stadt gegangen.
Der Sonntag war dann mehr gechillt, wir haben ausgeschlafen und haben mit Cap und Capper langsam in den Tag gestartet.
Gegen vier Uhr konnten wir uns dann aufraffen um noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Auf unserem Spaziergang kamen wir an einer riesengroßen evangelischen Kirche vorbei und Melle und ich hatten uns Kurzerhand entschieden mal einen Blick hineinzuwerfen. Unglücklicherweise war aber gerade Messe und wir sind mitten reingeplatzt. Fünf verwirrte Omis und Opis haben uns dann mit großen Augen angestarrt. Der Pfarrer, freundlich wie er zu sein hat, hat uns direkt willkommen geheißen: „Sezt euch, schnappt euch ein Buch und macht mit!“ Na super, hier kommen wie nie wieder raus.
Ok. Wir haben uns dann auf die Bank irgendwo in eine Ecke verkrümelt und uns darauf konzentriert nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.
Wir inmitten von Omas und Opas in ihren schicksten Sonntagsoutfits und wir mittendrin, mit kurzer Hose, T-Shirt und ner Tesco Tüte in der Hand, etwas verloren aber trotzdem gespannt.
Wir versuchten der Situation gegenüber offen zu sein, evt. Erzählt der Pfarrer ja ein paar interessante Geschichten, aus denen auch wir etwas für uns mit hinaus nehmen könnten. Also lauten wir, mit einem unterdrückten Grinsen seinen weisen Worten. Leider waren diese Worte unserer Auffassung nach nicht besonders Weise - das hier auszulegen, würde jetzt eine Weile dauern – wie auch immer, wir beschlossen zu gehen. Wir versuchten es auf die nicht ganz so holprige Art zu tun und warteten einen günstigen Zeitpunkt ab um unbemerkt zu verschwinden: „Wenn er sich umdreht rennen wir“ – „warte gleich zündet er ne Kerze an, dann ist er abgelenkt“ – „er holt n Buch“ – „Oh nein, sie singen“ – Ok, wenn sie aufstehen, rennen wir, die Menschen sind alt, die können nicht aufstehen und uns beobachten gleichzeitig.“ – „Sie stehen auf!“ – „Renn!!“
Wieder in Freiheit, haben wir dann angefangen über die Themen die in der Kirche angesprochen wurde zu philosophieren und uns auch über das Thema Religion allgemein zu unterhalten. Melle schlug vor, am Abend den Film „Zeitgeist“ zu sehen, der sich mit einigen Verschwörungstheorien über Religion, Geld und wie auch nicht anderes erwartet das böse und korrupte Land Amerika beschäftigt. An sich, ist der Film, der eigentlich eine Dokumentation ist gar nicht so schlecht, er zeigt neue Blickwinkel und stellt Theorien auf über die man sich vorher noch keine wirklich großen Gedanken gemacht hat. Dinge die einem zuvor nicht bewusst waren, werden einem knallhart präsentiert und mit manchmal mehr und manchmal weniger glaubwürdigen Fakten versucht zu belegt. In wiefern man jetzt all diese Dinge glauben kann und mag ist dann jedem selbst überlassen. Mich hat der Film beeindruckt aber auch gleichzeitig etwas verängstigt, denn so schlecht wie unsere Welt da dargestellt wird, ist sie in meinen Augen nicht. Ob das jetzt naiv ist oder die Verdrängung von Tatsachen sei dahingestellt. Doch ich glaube, wenn man nicht ein wenig naiv ist in dieser Welt, wird das Leben ganz schnell ziemlich traurig. Also habe ich mir als nächstes „Even Allmächtig“ und eine Folge „Anna und die Liebe“ rein gezogen um mein naives Weltbild wieder herzustellen J
Montag war dann wieder Aufbruch angesagt, ich habe meine Sieben Sachen gepackt, die diesmal auch in zwei Taschen gepasst haben und Melle, Richard und ich haben uns auf den Weg nach Cardiff gemacht., wo ich wieder in meinen Bus nach London gestiegen bin um dort meine letzte Nacht in England zu verbringen.
Brighton ist nicht nur bekannt für seinen unglaublich schönen Steinstrand, die unzähligen Burger- und Fish and Chips Buden oder das berühmte Walkabout, auch der Racecourse - der gleich bei mir um die Ecke ist - lockt jedes Wochenende zahlreiche Besucher an.
Natürlich kommen diese dann nicht um sich zum Frühstück einen leckern Doppel Wopper reinzupeifen oder die Nacht durchzutanzen, sondern um hunderte von Pfund auf die erfolgreichsten Pferde Englands zu setzten.
Auch wir haben uns heute mal unter jene gemogelt und hatten dabei enormen Spaß.
Da heute Anjas Geburtstag ist, haben sie und Bill ein super Picknick zusammengestellt und wir sind mit Kindern und Freunden der Familie zum Racecourse gefahren. Natürlich nicht in Jeans und T-Shirt sondern mit Kleid, Hut und KlimBim.
Es war wunderschönes Wetter und die Sonne hat nur so geplatzt. Wir haben unsere Decke ausgebreitet und uns mit Kuchen, Chips, Obst, Gemüse und natürlich Pimms (!!!!) die Zeit vertrieben.
Die Leute die dort umherliefen sahen wirklich so aus, wie man sich die Besucher eines Pferderennen so vorstellt. Die schicksten Kleider und Schuhe die man sich vorstellen kann und Hüte in allen Farben und Formen - je größer und auffälliger desto besser.
Es gab insgesammt sechs Rennen auf die man setzten konnte.
Ich hatte mir zu Beginn des Nachmittags, vernüftig wie ich versuche zu sein, überlegt, nicht mehr als 10 Pfund auszugeben.
Da ich mich ja ein wenig kenne und weiß wie konsequent ich mir gegenüber bin (o.O) habe ich auch mit ganz kleinen Einsätzen angefangen, damit die 10 Pfund nicht sofort aufgebraucht sind: 2 Pfund auf das eine Pferd, dann mal drei auf das andere und evt. auch mal vier.
Bill ist beim ersten Rennen auch schon direkt in die Vollen gegangen und hat 200 Pfund auf den Favouriten gesetzt und auch tatsächlich gewonnen - 320 Pfund, sprich 120 Pfund Profit! Nicht schlecht!!!
Ich habe immer wieder versucht mir auf ganz professionelle Art und Weise das beste Pferd auszusuchen, aber da ich nicht wirklich erfahrener Pferde Experte bin, hatte ich auch keinen blassen Schimmer wonach ich den Favouriten beurteilen müsste, also habe ich mehr auf den Namen des Pferdes gesetzt und die T-Shirt Farbe des Jokeys ^^
Leider haben mir Pferde wie “Goodbye Cash” und “Free Tussy” nicht wirklich Glück gebracht und ich habe mich mal von Bill beraten lassen, was dann im Endeffekt auch etwas effektiever war.
All in all habe ich 19 Pfund gesetzt (soviel zum Thema, nicht mehr als 10…) und im letzten race sogar 18 gewonnen (mit einem Einsatz von 4 Pfund) Nihahaha. 1 Pfund Verlust für mein erstes Pferderennen, ist doch kein allzu schlechtes Ergebnis
Auch wenn ich nicht wirklich viel Ahnung von diesem Sport hatte, hatte ich doch jede Menge Spaß damit so zu tun ^^
Zurück in der Wohnung habe ich dann mal versucht meine Sachen zu packen, da es morgen um kurz nach 6 (am) in Richtung Bahnhof geht, wo ich dann hoffentlich den richtigen Zug nach London nehme um von dort aus mit dem coach nach Wales zu fahren.
Die Betonung liegt aber leider auf Versucht, denn da ich schon enorme Schwierigkeiten beim packen für(!) England hatte und auch hier ein wenig bei Primark shoppen war, hat sich dieses Problem nicht unbedingt in Luft aufgelöst, obwohl ich schon im nahegelegenen Türkenladen einen kleinen Trolley gekauft hatte, für mehr Platz im Handgepäck.
Wie auch immer, morgen werde ich mit meinem Backpack (was echt Schrottreif ist - ich brauch für Finnland unbedingt ein neues), einem kleinen Trolley, einem Rucksack (der an den Trolley befestigt werden soll und später für den Flug mit ans Backpack gebunden wird) und meiner Handtasche… na herzlichen Glückwunsch!
Heute, war ich mit den drei Kleinen beim schwimmen, da sie seit zwei Wochen jeden morgen um neun(!) Uhr am Schwimmunterricht teilnehmen und sich wirklich wacker schlagen.
Die letzten zwei Tage habe ich die Kleinen mit dorthin begleitet und am Beckenrand gewartet, ein Buch gelesen oder mit einem der Schwimmtrainer geflirtet
Als die Kids dann nach einer halben Stunde aus dem Wasser kamen und ich sie in die Umkleidekabine geleitet hatte um sie umzuziehen und trocken zu rubbeln hörte ich nur wie eines der Mädels auf einmal auf und ab sprang und dabei “spider spider” rief. Ich, hochgeschossen wie eine V1 und wie wild nach dem Biest gesucht! Und dann sah ich sie!!! (Unübertrieben) das Tier war so groß wie ein Tennisball, ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so eine große Spinne gesehen (Zoobesuche mal ausgeschlossen), und das war kein Weberknecht mit langen Beinen und mini Körper. Nein!! Die war haarig und schwarz und man konnte die Zähne sehen (naja bei genauem hinsehen ^^). Ich hätte heulen können, habe mich aber zusammengerissen, schnell alle Sachen geschnappt und mich mit den Kindern auf die andere Seite des Raums verkrümelt. Hier, dachte ich, sind wir sicher.
Pustekuchen!
Ein kleiner Junge, der sich wahrscheinlich schon seit 10 Minuten fragte, warum denn alle so aufgeregt seien setzte sich ganz gelassen direkt vor die Spinne, die ihre Runde an der Wand weiter fortsetzte und den ganzen Trubel um ihre Person ignorierte.
Ich dachte wirklich der Junge müsse gleich sterben. Seine Mutter hatte sich jedoch noch reichtzeitig todesmutig dazwischen geworfen und ihren Sprössling von dem Ungetüm weggezogen - und dabei die Spinne ein wenig erschreckt.
Das Tier hatte auf einmal einen monster Zahn drauf und ist durch den gasamten Raum gespurtet. Ich - mit einem Satz auf die Bank und alle Kinder gleich mit.
Die anderen Kids haben angefangen zu heulen und waren total verschreckt, weil ich auf einmal eine rießen Panik geschoben habe - Sorry an dieser Stelle an alle Mütter, die dank mir jetzt die Spinnenphobie ihrer Kinder therapieren müssen. T’schuldigung, war keine Absicht! -
Ich habe schnell meine sieben Sachen geschnappt und die Kinder aus dem Raum gejagt um sie in der Schwimmhalle anzuziehen - eins nur mit Unterhose, eins nackt und eins noch mit Badeanzug. Die anderen Schwimmbadbesucher fanden das Ganze wohl etwas seltsam, aber immer noch besser als von einer rießen Spinne gebissen zu werden und zu Spiderwoman zu mutieren oder in Ohnmacht zu fallen. Zweiteres wäre wohl wahrscheinlicher gewesen…
Nach ganz genau einem Jahr bin ich wieder da, wieder in England, wieder in Brighton.
Geändert hat sich nicht viel um genau zu sein, gar nichts. Ein paar Geschäfte sind geschlossen worden wiederum andere neu eröffnet aber im Großen und Ganzen scheint die Zeit in Brighton stillgestanden zu haben.
Ich freue mich wieder hier zu sein, auch wenn ich die ersten Tage ein wenig mit dem jetlag zu kämpfen hatte. Der Abschied aus Breda viel mir wirklich nicht leicht, ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass er mir so schwer fallen würde..
Doch was solls, es war im Endeffekt unumgänglich und auch auf die eine oder andere Weise dringend nötig.
Ich habe also Breda und allen Lieben und auch nicht so lieben Menschen dort mit der ein oder anderen Träne auf Wiedersehen gesagt und meinen Flug nach England angetreten.
In Brighton angekommen, wurde ich wirklich herzlich empfangen und auch die Kids konnten sich noch ziemlich gut an mich erinnern
So schön wie es ist, wieder an den Ort zurückzukommen, mit dem man so viele Erinnerungen verbindet so schwierig ist es auch damit umzugehen. Jede Straße, jeder Laden sogar jeder Kaugummi auf dem Gehweg erinnert an eine Situation, an ein Gefühl oder einen dämlichen Spruch der irgendwann im Laufe der 4 Monate gefallen war.
Leider war zu Beginn niemand da mit dem ich diesen Überschwall an Gefühlen teilen konnte, deswegen musste ich mir ganz schnell neue Freunde suchen.
Und wo findet man schneller welche als bei StudiVZ? Ich also, nach mehr als einem Jahr mal wieder der Gruppe “Brighton” beigetreten und prompt eine genauso verzweifelte Seele namens Daniel gefunden. Here we go
Wir hatten uns auch direkt mal für den nächsten Tag verabredet und ich habe ihn mal ein wenig durch Brighton-city geführt wobei wir für das ein oder andere Bier uns auch mal gern das innere eines Pubs angesehen haben.
Freitag kam dann auch endlich Frances in der alten Heimat an und wir haben, wie will man es auch anders erwarten direkt mal das Walkabout unsicher gemacht, am nächsten Morgen bei Mc Donalds gefrühstückt und anschließend einige Pfund bei Primark gelassen
Auch das Wochenende darauf huschte nur so an uns vorbei, Gay Pride (das Event schlechthin und natürlich nochmal eine Nacht im Walkabout).
Diesen Freitag sind die drei Wochen Brighton aber auch schon wieder vorbei.
Doch ganz nach Hause geht es noch nicht, da noch ein paar Tage Wales kurzfristig hinten dran gehangen wurden um die liebe Melle mal in ihrer neuen Heimat zu besuchen.
Am 10 geht es dann doch schon wieder zurück nach London, wobei ich hier noch eine Nacht im Hostel verbringen werde um am 11 pünktlich von Gatwick aus der Insel auf Wiedersehen sagen kann… bis nächstes Jahr!!
“Jeden Monat liefert das Magazin NEON seinen Leserinnen und Lesern zwanzig amüsante und verblüffende Fakten.”
Diese Fakten wurden jetzt in einem Buch zusammengefasst, welches seit ca. 2 Wochen auf unserer WG-Toilette liegt und mich jeden Morgen fast zu spät zur Uni kommen lässt.
Sachen, die der Mensch nie wissen wollte…
” Die Zensur britischer Abiturienten wird um zwei Prozent angehoben, wenn am Tag der Prüfung ihr Haustier stirbt, und um fünf Prozent, wenn ein naher Verwandter stirbt.”
Noch nie war ein Zitat aus ‘Per Anhalter durch die Galxis’ so wahr wie gestern Nacht!
Gestern Abend war ich zwei Freunde besuchen, da Ladiesnight mit Justin und unglaublich viel Schokolade ^^ geplant war. Leider wohnen die beiden süßen gaaaaanz nord-westen von Breda.
Habe mich zwar nun schon zum zweiten Mal auf den Weg dahin gemacht und mich schon beim ersten Mal verfahren, was allgemein kein wirklich gutes Omen ist, aber gut.
Diesmal dachte ich find ich alles, was auch auf dem hinweg halbwegs gut geklappt.
Auf dem Rückweg jedoch (ca. gegen 1 uhr) war das dann schon ein bisschen anders… war ja auch nun auf einmal alles Seitenverkehrt :/…
Ich fahr also los und prompt erstmal 20 minuten in die komplett falsche Himmelsrichtung. Als ich dann irgendwann mal meine Karte zur Hand genommen habe und gemerkt habe und wieder umgedreht bin, kam ich auf einmal auf die Schnellstraße an der ich auf dem Hinweg auch vorbeigekommen bin. Gut, dachte ich mir, biste ja auf dem richtigen Weg. Auf der Schnellstraße gab es aber auf einmal keinen Fahrradweg mehr und ich bin mal fix mit meinem Rad auf die andere Seite der Straße um zu gucken ob da eventuell einer ist.. war aber nicht.
Da ich aber eh schon 40 minuten unterwegs war und immer noch nicht wusste wo ich war, hab ich mir gedacht, egal, fährst jetzt auf der Schnellstraße.
3 Minuten später kommt mir ein Auto engegen, blinkt links und hält an… Polizei! Der nette Mann steigt aus und fängt total an mich auf holländisch an zu brüllen, was mir einfallen würde auf der falschen Straßenseite zu fahren, ohne Licht und dann noch auf ner Schnellstraße ohne Fahrradweg.
Ich sagte, dass ich mich verfahren hätte und keine Ahnug wo ich wäre.
Er wollte dann meine id card haben und ich hab wirklich gedacht ich müsse jetzt kA 100 Euro Strafe zahlen oder so (was wirklich keine übertrieben Summe in Holland ist) er meinte dann nur, dass er mich jetzt theoretisch festnehmen müsse, da ich das absolut verbotenste gemacht hätte, was man nur machen kann, er mich aber fahren lassen würde, da ich ganz anständig aussehen (was auch immer er damit meinte ^^) und so hilflos gucken würde ^^.
Er hat mir dann noch schnell den Weg in die Stadt beschrieben und mich mit einem Kopfschütteln verachschiedet.
Nach ca. 1,5 Std (für eine eigentlich 20 minütige Strecke) war ich dann endlich zuhause!
Manche Dinge im Leben die man unbedingt tun oder können möchte, bleiben einem ein Leben lang verschlossen. Es fehlt einem entweder das nötige Talent oder eben andere Voraussetzungen.
Viele wollen gerne Popstar werden, Tänzer oder Schauspieler, Hochseiartist oder Frauenarzt (ja, sowas gibt es auch ^^), doch werden sie immer vor dem Tor zurückgewiesen, an dem ganz groß TALENT steht.
Ich möchte keine Schauspielerin werden, geschweige denn Hochseilartistin und schon gar keine Frauenärztin, nein ich möchte mich einfach nur ernähren.
Das Talent zum Kochen habe ich nämlich definitiev nicht von meiner Mom geerbt, denn sie besitzt es noch.
Jedesmal wenn ich versuche etwas essbares herzustellen, geht irgendwas in die Hose. Jedes mal wenn ich an das Kochschloss, alias Küche anklopfe, verriegeln sie die Talenttür gleich zweimal und schicken große Böse Wächter vor die Tür.
Ich komm mir vor wie der Mann in Kafkas “Vor dem Gesetz”, versuche in dieses Haus einzudringen, doch ohne Erfolg bis sie mir zuletzt sagen, nach Jahren des Nichtkönnes und vergeblichen versuches “Mach doch mal nen Kochkurs”.
Und das wahrscheinlich mit gutem Recht.
Denn als ich heute mal wieder mit kochen in der WG dran war, wollte ich was ganz einfaches zaubern: “Ofenbällchen Toskana mit Reis” an Gurkensalat (ohne Salat ^^).
Ich war so stolz als ich die Bällchen mit der Soße und dem Käse endlich im Ofen, den Reis aufgesetzt und die Gürckchen geschnippelt hatte.
Nach der Hälfte der Zeit, musste ich die beiden Auflaufformen im Ofen umschichten (da ja sonst die obere verbrennt und die untere kalt bleibt - soviel hab ich schon gelernt ^^ ich durfte mal durchs Fenster schielen ) passierte es…
DÜDÜM
Das Blech (so ein Aufschiebding) gibt nach und kracht mit der Auflaufform runter… der ganze Ofen war voll mit Hackbällchen!
Das halbe Essen war dahin und der Ofen auch. Ich konnte noch so viel retten, dass wir alle satt geworden sind, aber im Anschluss eine Stunde lang den Ofen schruppen, sodass ich jetzt schon wieder Hunger habe ô.Ô
Heute morgen um halb sechs bin ich wieder zurück nach Breda gefahren. Da ich mit meinem Dad nach Köln bin (da er da arbeitet), ich aber erst um 9 in Solingen sein sollte, da Vanessa (eine Studienfreundin) mich mitnehmen wollte und ich so im Endeffekt nur 11 Euro für die Fahrt bezahlt habe, hatte ich in Köln ca. 1 Stunde Aufenthalt.
Diesen habe ich genutzt um zu dieser frühen Stunde ein wenig wach zu werden und habe mich mit einem lecker Vanilla Latte in den Starbucks gesetzt. Ein bisschen gelesen und Leute beobachtet, eigentlich mehr das zweite, aber mein Buch hat einen guten Eindruck gemacht
Als ich da so saß, direkt am Fenster, hatte ich einen super Einblick in die DB_Lounge, in der sich nur 1. Klasse Touristen aufhalten dürfen und deren ”Bewohner”, die dort für einen Kaffee mal locker 4 Euro hinlegen, natürlich Fernsehen und ebenwürdiger Geschäftspartner inklusieve, mit denen man sich über die neusten Aktiengeschäfte und Anzugmoden austauschen konnte.
Ich, mit meinem Schinkenbrötchen von Mama und meinem zugegeben nicht viel günstigeren Latte, hatte auf der ranzigen Chouch bei Starbucks aber mindestens ebensoviel Spaß.
Mir gegenüber saß ein Mann, der aussaß wie der Zwillingsbruder von Bruce Darnell, anscheinend aber arabische Abstammung war, da er eben eine solchige Zeitung vor sich auf dem Schoß hatte.
Immer wieder laß er Zeilen laut vor und grinste dabei über beide Backen, als könne er es nur glauben, wenn er es sich selbst nochmal erzählte.
Ich fand das natürlich total amüsant und beobachtete ihn grinsend, schlecht sah er übrigens auch nicht aus und tat so, als würde ich in meinem Buch lesen, dann lag es wenigstens nicht ganz nutzlos auf meinem Schoß rum ^^.
Um 13 Uhr hatte ich dann die erste lecture des neuen Terms, jaha, ich hab schonen einen ganzen Term hinter mir (von dem es 4 Stück im Jahr gibt ^^).
Eine Lecture, 40 minuten aber eine ganze Woche zu tun :S Und ich dachte, ich könnte die erste Woche noch ein bisschen ausspannen. Pustekuchen. Wir haben schon wieder direkt ein neues Project aufs Auge gedrückt bekommen, diesmal “dürfen” wir einen Marketingplan für ein Kaufhaus (irgendein spezielles) in New York entwerfen. Spannendes Thema, aber bis Freitag müssen wir schon die ersten Sachen abgegeben haben und ich hab nicht das Gefühl, dass der Rest meiner Project group das so ernst nimmt :/ Naja wir werden sehen
Angefangen habe ich natürlich noch nicht damit ^^, aber dafür mein Fenster geschmückt!
Es Weihnachtet sehr
Premiere!! Das erste mal nach über zwei Monaten Zugfahren (von Breda nach Hause) war heute der erste Tag, an dem nichts schiefgegangen ist. Ich habe keinen Zug verpasst, bin nicht in falsche Züge eingestiegen und über zwei Stunden in die falsche Richtung gefahren, ich hab kein falsches Ticket gekauft oder hatte das Glück mir einen Zug ausgesucht zu haben der über zwei Stunden Verspätung hatte. Nein, heute lief alles glatt. Ich war pünktlich am Bahnhof, so auch der Zug, hatte mir “Der Prozess” von Kafka als kleine Zuglektüre mitgenommen, nebenbei ein bisschen in der holländischen Tageszeitung geblättert (und sogar was verstanden ^^) und mir beim Zwischenstop an der Grenze einen Kaffee gegönnt.
Aber Trina wär nicht Trina wenn nicht wenigstens beinahe etwas total in die Hose gegangen wäre.
Auf den letzten 18 Minuten, vom Kölner Hbf nach Köln Porz-Wahn (wo mich mein Dad nach der Arbeit abholen wollte) hätte ich mir noch ein S-Bahn Ticket für ca. 2,70 kaufen sollen/müssen. Da es aber zeitlich ziemlich knapp war und ich in den paar Minuten noch nie kontrolliert wurde, habe ich das einfach mal spontan ausfallen lassen.
Ich saß also in der S-Bahn (Nr.13, falls das jemanden interessiert^^) und sah mich etwas nervös um, man weiß ja nie. Die Musik habe ich mal sicherheitshalber ausgelassen, damit ich auch ja höre, wenn jemand anfängt die Karten zu kontrollieren und ich nicht plötzlich überrascht werde.
An jeder Haltestelle stockte mein Atem. Ich habe mir jeden Zuggast genau angesehen und versucht herrauszufinden, ob er ein eventueller Bahnangestellter sein könnte, jeder Mann im Anzug war mein potentieller Feind!
Nach ca. 5 Minuten bekam ich ein mulmiges Gefühl, ich drehte mich um und sah… den Fahrkartenkontrolleur, direkt hinter mir… F***
Ich schnappte schnell und total unauffällig ô.Ô meine Sachen und tat so als wolle ich an der nächsten Haltestation aussteigen. Komisch nur, dass man dazu die aller letzte Tür im Zug nehmen muss, wenn man doch ganz vorne saß. Aber gut.
Als ich hinten ankam, habe ich mit dem Gedanken gerungen auszusteigen. Soll ich oder soll ich nicht.
Ich beschloss noch eine Station zu bleiben, da sich der Kontrolleur ziemlich lange auf den hinteren Bänken aufhielt.
Ich blieb im Zug und starrte den Mann total unauffällig an.
Plötzlich ging das kontrollieren ziemlich schnell und eh ich mich versah, war der nette Herr schon im mittleren Teil des Zuges angekommen.
Ich schwor mir bei der nächsten Station auszusteigen.
Plötzlich drehte sich der Schaffner um, um die letzten Plätze nocheinmal zu kontrollieren und die neueingestiegenen Schwarzfahrer freundlich mit 40 Euro Strafe zu begrüßen.
Ein Glück, denn ich hatte noch kurz überelgt, auszusteigen und direkt hinten wieder ein (so wie in der tollen Cola Werbung - oder was auch immer das war ^^), da er ja da eigentlich schon durch war. Glück gehabt.
Der nächste Ausstieg war meiner! Gott sei Dank! Noch zwei Minuten später und ich wäre 40 Euro leichter gewesen.
Das nächste mal opfer ich lieber 2,70 Euro als 2700 Kallorien!